Ehemalige KAG-Schülerin berichtet von ihrem Weg an das Berufskolleg im Anschluss an die 9. Klasse

Lieber Schüler*innen,
mein Name ist Miriam-Melissa S.. Ich bin 16 Jahre alt. Ich gehe auf das Robert-Wetzlar
Berufskolleg in Bonn
in die Q1.
Warum erzähle ich das jetzt?!
Von der 5.-9. Klasse an ging ich auf das KAG. Nach der 9. Klasse wechselte ich auf das Robert-Wetzlar Berufskolleg in Bonn. In der 6. Klasse hatte mir mein Vater von einem Berufskolleg in Bonn erzählt, denn ich wusste schon früh, welchen Beruf ich später einmal ausüben möchte. Ich wollte/will Hebamme werden. Mein Vater war damals noch in der Berufsorientierung tätig und hatte deshalb viel Erfahrung und viele Informationen zu dem Thema Berufsfindung. Als ich in der 7.und 8. Klasse war, besuchte ich den „Tag der offenen Tür“ am Robert-Wetzlar und konnte noch interessante neue Informationen sammeln. Beim zweiten Mal, ein Jahr später, meldete ich mich dort an. Die Zusage, dass ich an der Schule angenommen worden bin, habe ich allerdings erst nach einem halbem Jahr bekommen.
Warum sollte ich denn jetzt die Schule wechseln, wenn ich doch auf dem Gymnasium mein Abi
machen und dann ein Studium zur Hebamme ausüben kann?

Der Grund dafür war, dass der Schwerpunkt auf diesem Berufskolleg „Gesundheit“ ist und ich wusste, dass ich Hebamme werden wollte. An diesem Berufstraum hatte/habe ich mich immer noch festgehalten. Außerdem, wenn ich mich nach meinem Abitur für einen Studienplatz bewerbe, habe ich schon viel Erfahrung und Wissen sammeln dürfen. Wenn die Studienplätze aber nur beschränkt sind, schauen sich die Leute von den Unis die Bewerber an, die am meisten Erfahrung haben. Das finde ich, ist auch ein super Vorteil an beruflichen Gymnasien. Dort kann ich auch meine allgemeine Hochschulreife erreichen, nur dass ich bestimmte Fächer zu dem Thema „Gesundheit“ habe. Zum Beispiel gibt es die besonderen Fächer, die es auf „normalen“ Gymnasien nicht gibt: Psychologie, Gesundheit, Ernährungslehre, Pflege…
Alle Fächer, die wir dort haben, sind immer mit dem Gesundheitswesen verbunden. Zum Beispiel im Fach Sport lernen wir auch viel über den ganzen Körperkreislauf, wie der sich bei den Bewegungen verhält. Die klassischen Fächer gibt es natürlich auch wie zum Beispiel: Deutsch, Mathe, Englisch… Bei meinem Bildungsgang sind die Leistungskurse vorgeschrieben, so ist das erste Leistungsfach Gesundheit und das zweite Leistungsfach Biologie. Ich finde es total toll, dass man zwei naturwissenschaftliche Fächer als Leistungskurse nehmen kann, denn das kann man an einem Gymnasium leider nicht. Das war auch noch ein Grund warum ich auf diese Schule gegangen bin. Auf einem beruflichen Gymnasium nimmt man Mathe nicht mit ins Abitur, weil Mathe zu den naturwissenschaftlichen Fächern gehört und man die naturwissenschaftlichen Fächer schon mit den Leistungskursen erfüllt hat. Als drittes und viertes Fach muss man eine Sprache (Deutsch, Englisch, Spanisch) und ein gesellschaftliches Fach (Psychologie, Gesellschaftslehre, Religion) nehmen. Das sind die Fächer, die man später wählen kann.
In dem Fach Gesundheit lernen wir viele Krankheiten kennen oder lernen ganz spannende Dinge über zum Beispiel die Haut oder über das Herz-Kreislauf-System und noch ganz viel mehr. Der Unterricht ist theoretisch als auch praktisch gestaltet. Zum Beispiel haben wir in dem ersten Halbjahr der Q1 theoretischen Ernährungslehre-Unterricht gehabt und jetzt im zweiten Halbjahr können wir unser Wissen anwenden, indem wir kochen. So kann man die theoretischen Inhalte nochmal genauer vertiefen, wenn wir es praktisch ausüben. An meiner Schule kann man nicht nur in den Bildungsgang „Gesundheit“ gehen, sondern auch in den Bildungsgang „Erziehung und Soziales“. Dort macht man auch seine allgemeine Hochschulreife und wenn man möchte, verlängert man ein Jahr und geht in diesem Jahr in einen Kindergarten und hat dann schon seine Ausbildung als Erzieherin gemacht.
Wie komme ich zur Schule und wo liegt meine Schule in Bonn?
Ich wohne in Rheinbach und habe schon eine längere Strecke zur Schule, aber ein paar aus meiner Klasse kommen auch aus der Gegend und dann fahren wir immer zusammen zur Schule. Irgendwann habe ich auch gar nicht mehr gemerkt, dass der Schulweg so lange, je 1,5 Stunden, ist, denn ich höre immer Musik und quatsche mit meinen Freunden. Außerdem kann ich auch auf der Heimfahrt schon Hausaufgaben erledigen oder lernen. Meine Schule hat drei Standorte in Bonn. Einmal im Bonner
Zentrum, in Bonn Beuel und in Röttgen. Die entscheidenen Orte für das berufliche Gymnasium sind
im Bonner Zentrum und in Bonn Beuel. Beides kann man super mit dem Bus oder mit der
Straßenbahn vom Bonner Hauptbahnhof erreichen. Mein Klassenraum befindet sich in Beuel. Dort in
dem Gebäude sind nur 5 Klassen und wir liegen dort schön ruhig in der Natur, aber erreichen auch
schnell die Beueler Innenstadt. Im vergangenen und in diesem Jahr haben die Dreharbeiten von „Der
Lehrer“ in dem Gebäude neben uns statt gefunden. Es war sehr interessant zu zusehen wie es hinter
den Kulissen ausschaut.
Wie sieht das aus mit den Klassen dort?
Es gibt dort pro Jahrgangsstufe eine Klasse. Also wir sind in einem Klassenverband, was ich super finde, denn der Zusammenhalt ist nochmal stärker als in verschieden Kursen. Die Altersstruktur ist sehr verschieden. In meiner Klasse gibt es eine Altersspanne von 16-22 Jahren. Ich bin die Jüngste in der Klasse und muss wirklich sagen, dass ich das gar nicht schlimm finde, weil man diese Altersspanne gar nicht so merkt. Außerdem sind in meiner Klasse ganz verschiede Leute, die alle etwas ganz besonderes mitbringen oder schon spannende Sachen in ihrem Leben erlebt haben. Bei uns in der Klasse wird es also nie langweilig. 🙂 Ein Praktikum und eine Klassenfahrt steht auch in der EF oder in der Q1 an. Das Praktikum muss sich bei meinem Bildungsgang auf das Fach Gesundheit beziehen. Das heißt, wir sollen zum Beispiel bei einem Arzt oder im Krankenhaus das Praktikum absolvieren. Das Ziel der Klassenfahrt konnten wir selbst bestimmen. Meine Klasse hat sich dazu entschieden, dass wir in Holland auf einem Schiff segeln werden.
Das war so ein kleiner Einblick in mein jetziges Schulleben an einem beruflichen Gymnasium und ich
kann es wirklich nur empfehlen!
Die Entscheidung für den Schulwechsel war einfach nur super, weil ich so viel Neues gelernt habe, was ich auch in meinem Leben praktisch anwenden kann. Wenn ihr auch überlegt auf ein berufliches Gymnasium zu wechseln, könnt ihr euch noch weitere Informationen auf der Homepage vom Robert-Wetzlar Berufskolleg holen oder ihr könnt mich gerne anschreiben, wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt. Von Frau Azzam erhaltet ihr meine Emailadresse.


Viele Grüße und viel Erfolg bei der Suche nach eurem Traumberuf.

Eure Miriam

Bild von PDPics auf Pixabay 

Liebe Miriam,

wir danken dir für diesen tollen Bericht und den Einblick in das Schulleben am Robert-Wetzlar-Berufkolleg. Das ist eine gute Entscheidungshilfe und Inspiration für viele, die über einen Schulwechsel nachdenken.

Von Herzen wünschen wir Dir alles Gute für Deinen persönlichen und beruflichen Weg!

Anna Azzam

für das Team Studien- und Berufsorientierung am KAG